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Meiner Meinung nach sind diejenigen im Irrtum, welche die getreuen Anhänger
der Philosophie für widerspenstig und halsstarrig halten, für
Verächter der Behörden bzw. der Herrscher oder der Regierung.
Doch im Gegenteil, keine Menschengruppe ist den Regierenden dankbarer
als die Philosophen, und das mit vollem Recht. Denn niemandem leisten
sie einen größeren Dienst als den Männern, welche durch
das Wirken der Staatsmänner die Möglichkeit haben, in Ruhe ihre
Muße zu genießen. Daher müssen Menschen, für die
die öffentliche Sicherheit viel zur Erfüllung ihres Vorsatzes,
ein gutes Leben zu führen, bedeutet, den Urheber dieser Annehmlichkeit
wie einen Vater ehren, viel mehr als diejenigen, die unruhig im öffentlichen
Leben stehen, die den Herrschern zwar viel verdanken, aber an diese auch
große Ansprüche stellen; und nie kann solchen Leuten großzügig
genug irgendeine Freigebigkeit entgegenkommen, so dass ihre Gier gestillt
werden könnte; denn mit ihrer Befriedigung wächst die Gier nur
noch weiter. Wer an seinen Profit denkt, vergisst das bereits Erreichte,
und das größte Übel, das die Begehrlichkeit aufweist,
ist die Undankbarkeit. Ferner: Keiner von den Politikern schaut auf die
vielen, die er schon überrundet hat, sondern nur auf die wenigen,
die noch vor ihm stehen; seine Freude, viele hinter sich zu wissen, ist
nicht so groß wie sein Ärger, noch einen vor sich zu haben.
Der zuvor erwähnte aufrechte, lautere Mann jedoch, der die Tätigkeit
in der Kurie, auf dem Forum und jede Art von Staatsdienst aufgegeben hat,
um sich auf Höheres zu konzentrieren, weiß die Männer
zu schätzen, die ihm ein solches Leben in Sicherheit ermöglichen;
er ist der Einzige, der für sie ohne Gegenleistung gutes Zeugnis
gibt und sich ihnen für eine große Tat verpflichtet fühlt,
von der sie gar keine Ahnung haben. Wie er seine Lehrer verehrt und zu
ihnen aufblickt, durch deren verdienstvolles Wirken er aus den üblichen
Irrwegen herausfinden kann, so verehrt er auch die Herrscher, unter deren
Schutz er höheren Studien nachgehen kann.
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