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Die Feinde hatten gar nicht die Absicht, ihr Wort zu halten; sie suchten
vielmehr Zeit und Gelegenheit zu einem heimtückischen Schlag; einige
Tage später waren unsere Leute gerade abgespannt und nachlässig;
es war Mittagszeit, der eine hatte sich zurückgezogen, der andere
nach langer Arbeit unmittelbar am Schanzwerk sich zur Ruhe gelegt; die
Waffen waren sämtlich beiseite geschafft und in ihren Schutzhüllen
verstaut; da stürmten plötzlich die Feinde aus den Toren heraus
und zündeten - der Wind stand für sie günstig und war
kräftig - die Belagerungswerke an.
Der Wind ließ das Feuer sich im Nu ausbreiten; in einem Augenblick
gingen der Damm, die Schirmwände(1), das Schilddach(2), der Turm
und die Wurfmaschinen in Flammen auf; all das brannte nieder, noch bevor
man sich darüber klar werden konnte, wie es dazu gekommen war.
Unter dem Eindruck der plötzlich veränderten Situation griffen
unsere Leute zu den Waffen, die gerade erreichbar waren; andere stürmten
aus dem Lager herbei. Diese Leute konnten einen Gegenangriff auf die
Feinde zustande bringen, wurden aber von den Mauern aus durch Pfeile
und Schleudergeschosse daran gehindert, ihnen auf der Flucht nachzusetzen.
Die Feinde konnten sich hinter die Mauer zurückziehen und dort
ungehindert noch das Belagerungsdach(3) und den Ziegelturm(4) anzünden.
So fiel die mühevolle Arbeit vieler Monate der Tücke der Feinde
und der Gewalt des Windes in einem Augenblick zum Opfer.
Genau denselben Versuch unternahmen die Massilier noch einmal am folgenden
Tage. Bei gleichem Wetter machten sie mit noch größerem Selbstvertrauen
einen Ausfall, kämpften um den zweiten Turm und den zweiten Damm
und legten viel Feuer.
Der Eifer unserer Leute hatte zwar in der Zeit zuvor ganz und gar zu
wünschen übrig gelassen; doch den Vorfall am Vortag ließen
sie sich eine Warnung sein; sie hatten alle Vorkehrungen zur Verteidigung
getroffen. So konnten sie eine große Anzahl Feinde töten
und trieben die Übrigen, ohne dass diese etwas hätten ausrichten
können, in die Stadt zurück.
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